Die ersten Freiwilligen Feuerwehren in der Provinz Brandenburg wurden 1855 in einem kleinen Städtchen Namens Wriezen gegründet. Dank sei Herrn Albert Mahler gesagt. Er war der Gründer der Freiwilligen Feuerwehren im Land Brandenburg. Warum braucht bzw. gründet man eine Feuerwehr im Ort.
Im Frühjahr 1922 brachen in Niederlehme 2 Großbrände aus. Durch diesen Anlass beschlossen der Gemeindevertreter Herr Necker, Betriebsleiter Herr Heckel und der damalige Kreisbrandmeister Paul Weber die Freiwillige Feuerwehr Niederlehme zu gründen.
Gründungstag war der 10.04.1922.

 

Es traten sofort 48 Männer des Ortes der Wehr bei.
Zum ersten Wehrführer wurde der Kamerad Fritz Heckel und sein Stellvertreter Wilhelm Svenson ernannt. Desweiteren traten sofort 18 Männer aus Niederlehme als passive Mitglieder bei.
Es dauerte auch gar nicht lange und die Niederlehmer Wehr trat am 12.06.1922 dem Kreisfeuerwehrverband Beeskow-Storkow bei. Die 1. Technik der Niederlehmer Wehr bestand aus einer Handdruckspritze für Pferdebespannung, einer Ausziehleiter mit zweirädrigen Karren und einem zweirädrigen Schlauchwagen mit 200m Schlauch. Das damalige Berliner-Kalksandsteinwerk unter Leitung des Herrn Robert Guthmann, stellte ein Gebäude auf dem Gelände des Werkes als Depot zur Verfügung. Für die Trocknung der Schläuche wurde der Wasserturm zur Verfügung gestellt. Die Ausbildung der Wehrmänner übernahm der Kreisbrandmeister persönlich. Über die Jahre konnte immer mehr Einsatzkleidung und Ausrüstung angeschafft werden und so verbesserte sich die Ausbildung und die Qualität der Einsatzbewältigung. Durch Spendengelder, Finanzierung der Gemeinde und Geldunterstützung der ortsansässigen Firmen, konnte 1927 das 1. motorisierte Fahrzeug und eine Motorspritze angeschafft werden.
 1929 war ein ganz besonderes Jahr für die Niederlehmer Wehr. Von Gründungzeit an, wurde die Wehr im Alarmfall von einem Hornisten alarmiert. Dieser hatte von nun ausgedient. Die erste elektrische Sirene der Fa. Siemens wurde in Betrieb genommen. Dank an die Wehrführung und der Gemeindevertretung.
 

  

Dank des Ehrenmitglieds Zeidler, wurde 1930 der Wehr ein Grundstück geschenkt, zum Bau eines eigenen Gerätehauses. Die Planungsphasen haben begonnen, doch es kam nie zu diesem Bau. 1932 wurde ein weiteres Fahrzeug angeschafft. Hierbei handelte es sich um einen Schnellangriffswagen in Form eines „Naesch-Pkw´s“. Leider lagen darüber keine Unterlagen vor. Es ist 1933, Adolf Hitler kam an die Macht und es gab Veränderungen in der Wehr. Die Freiwilligen Feuerwehren mussten umgeschult werden und sich den Verhältnissen im neuen nationalsozialistischen Staat anzupassen. Ab dieser Zeit werden die Freiwilligen in eine Hilfspolizeitruppe umgewandelt. Ab 1934 gab es in Niederlehme 2 Löschzüge. Löschzug 1 Niederlehme und Löschzug 2 Ziegenhals. Am 14.04.1935 wurde die Niederlehmer Wehr vereidigt und gehört somit zur Löschpolizei. Ein neuer Mannschaftswagen wurde 1937 angeschafft. Wieder wurde die Schlagkraft der Truppe verbessert. In den Kriegsjahren bestanden die Aufgaben der Wehr darin, Brände zu löschen, Luftschutzhilfe bei Fliegerangriffen, Bergungs- und Aufräumarbeiten zu leisten. Bis zum Ende des Krieges musste die Niederlehmer Wehr viel durchmachen und einige Kameraden ließen ihr Leben im Krieg. Der Krieg war nun lange vorbei und wieder gab es Veränderungen in der Wehr. Deutschland wurde in militärische Zonen eingeteilt. Niederlehme war in der sowjetischen Zone und es kam 1949 zur Gründung der DDR. Im Zeitraum 1949 – 1965 liegen keine Dokumente über der Chronik der Wehr vor. Die damalige Sowjetmacht und die DDR ließen keine Chroniken zu und alle Unterlagen die eventuell vorhanden waren, sind auf ominöse Weise verschwunden. Der Mauerbau 1961 kam auch noch hinzu und Deutschland wurde in zwei Teile gespalten. Wieder gab es Veränderungen in der Wehr. Die Feuerwehren der DDR waren dem Ministerium des Innern bzw. der Volkspolizei unterstellt. Durch Eigeninitiative der Kameraden und mehren Stunden des Aufbau wurde 1965 das Löschgruppenfahrzeug vom Typ Garant K 30 in Dienst genommen und der Bevölkerung vorgestellt.
   
Das Wehrleben in DDR war geprägt von Vorschriften, Planungen des Ministeriums des Innern. 1968 schaffte es die Niederlehmer Wehr zur Leistungsstufe 2 der Freiwilligen Feuerwehren der DDR. Dies war die erste und höchste Auszeichnung im Wirkungsbereich. Im Jahre 1986 erhielt die Niederlehmer Wehr ein Tanklöschfahrzeug TLF 16 W50.
Der Stolz der ganzen Wehr.

  

Besondere Einsätze zwischen 1949 und 1989:
  • ·         1972 Absturz einer IL 62 bei Königs Wusterhausen (156 Töte)
  • ·         1986 Absturz einer TU 134 bei Bohnsdorf ( 70 Tote)
  • ·         1989 IL 62 rast über Landebahn bei Schönefeld
Dann kam der Mauerfall 1989. Deutschland war wieder eins.  Und wieder gab es Veränderungen in der Wehr, z.B. die Einsatzkleidung war nicht mehr standgemäß.
Erstmals in der Geschichte der Feuerwehr Niederlehme wurde am 09.05.1991 eine Partnerschaft mit einer westdeutschen Feuerwehr abgeschlossen.

 

Partnerschaft zwischen der Feuerwehr Niederlehme und der Feuerwehr Schiffdorf aus Niedersachsen. Gegenseitige Besuche erhalten die Partnerschaft. 1992 Wurden die ersten Funkmeldeempfänger angeschafft. Die Alarmierung per Sirene hatte ausgedient. Am 25.05.1992 kam es zu einem großen Waldbrand am Dreieck Spreeau.
 

  

Die Feuerwehr Niederlehme war hier über 30 Stunden am Stück im Einsatz. 1997 das Oder-Hochwasser. Auch hier waren Kameraden aus Niederlehme mit dabei. Am 11.September 2001 hielt die Welt den Atem an. Ein terroristischer Anschlag auf das World Trade Center. Von da an wurden die Feuerwehren vor neuen Aufgaben gestellt. Es könnte auch in Deutschland geschehen. Die Feuerwehr Niederlehme hatte in all den Jahren viel durchgemacht und es wurde viel verändert. Also warum nicht auch im Jahre 2003. Überall in Deutschland gab es Gebietsreformen. Viele kleine Orte wurden zusammengeschlossen. Auch Niederlehme war davon betroffen. So wurden wir zur Stadt Königs Wusterhausen eingegliedert. Mit 7 anderen Ortsfeuerwehren sind wir jetzt eine große Feuerwehr der Stadt Königs Wusterhausen. Hier und da gab es wieder Veränderungen. 2005 gründeten wir den ersten Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Niederlehme. Den Vorsitz übernahm Herr Karl-Heinz-Penka (verstorben 2010), seine Nachfolgerin wurde seine Tochter Katrin Hohmann.
 
Übergabe neues Löschfahrzeug
LF 8/6 2002.
 
Tanklöschfahrzeug TLF 16/25
          Übernahme 1997                   
 
Geschrieben: Martin Münzberg – Ortswehrführer FF Niederlehme
© Quellen Chronik der FF Niederlehme